Die ersten Anzeichen sind oft vom Besitzer noch unbemerkt. Es gibt aber erste Zeichen, auf die man achten kann: Der Hund springt auf und jault leise oder ist einfach nicht mehr so freudig beim Spazierengehen. Treppensteigen und Springen wird schwieriger. Wenn es früher hieß „schneller, höher, weiter“, bleibt unser Vierbeiniger Freund auch gerne einmal auf dem Sofa oder in seinem Körbchen liegen.

Oft bemerken wir ein leichtes Zehenschleifen an den Hinterbeinen. Der Hund kann auch zeitweise lahmen. Die Krankheit entwickelt sich über 1 – 3 Jahre und betrifft meist große Hunde. Theoretisch können aber natürlich alle Hunde betroffen sein.

Hier ist übrigens die YouTube-Variante dieses Artikels, falls du lieber Videos schaust als Texte zu lesen

Die Ursache

Die häufigste Ursache für ein Cauda Equina Syndrom ist die degenerative lumbosakrale Stenose (DLSS). Das ist eine Kompression der Nervenwurzeln im lumbosacralen Übergangs – also im Bereich des  letzten Lendenwirbel zum Kreuzbein des Hundes. An den letzten beiden Lendenwirbel endet das Rückenmark und zahlreiche Nerven treten aus. Diese langen, austretenden Nervenwurzeln nennt man Cauda-equina (lat. Pferdeschweif), da das Austreten der Nerven am Ende des Rückenmarks genauso aussieht.

Werden die Nerven aufgrund von Verengungen im Wirbelkanal (Stenose) oder den Nervenwurzellöchern komprimiert oder gequetscht, kommt es unweigerlich zu Schmerzen, da ein mechanischer Druck auf die Nervenwurzeln ausgelöst wird und es somit zu einer Schädigung der Nervenfasern kommen kann. Das kann z.B. durch verschleißbedingte Arthrosen passieren. Aber auch Tumore, Frakturen, Bandscheibenvorfälle können krankheitsauslösend sein.

Symptome

Es kommt zu „Signalstörungen“ die folgende neurologische Ausfälle mit sich bringen kann:

  • Zehenschleifen.
  • verminderte Stellreflexe
  • Überköten (die Pfote wird nicht mehr mit dem Ballen aufgesetzt)
  • Die Hinterhand knickt weg oder ein, teilweise mit Lähmungserscheinungen
  • Lähmungserscheinungen der Rute (ein Schwanzwedeln ist nicht mehr möglich)
  • Unkontrollierter Harn und Kotabsatz
  • Muskelatrophie der Hinterhand
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Erstellung der Diagnose

Der Besuch beim Tierarzt ist unabdingbar für eine genaue Abklärung der Erkrankung. Zuerst einmal wird das Tier geröntgt um Frakturen, Athrosen und ggf. Tumore zu erkennen. Im zweiten Schritt wird meist ein MRT oder CT empfohlen um die Weichteile wie Bänder, Sehnen und Bandscheiben sichtbar zu machen um nachher eine gute Diagnose erstellen zu können.

Therapiemöglichkeiten

Die Therapie ist abhängig von der Schwere der Erkrankungen und den damit einhergehenden neurologischen Ausfallerscheinungen. Eine OP wird bei schweren Fällen empfohlen um eine Dekompression des Rückenmarks und damit der Nervenwurzeln zu erreichen. Hier sollte man allerdings auch immer das Narkoserisiko mit dem gegenwärtigen Gesundheitszustand und Alter des Tieres mit abwägen.

Im ersten Schritt und bei frühzeitiger Erkennung wird meist zur konservativen Schmerztherapie geraten. Dabei wird der Hund mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten eingestellt.

Begleitend kann physiotherapeutisch der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst und die Situation für den Hund verbessert werden. Wichtig ist, wie weit die Nerven schon geschädigt sind, da sich deren Zellen nicht regenerieren können. Es kommt also darauf an, möglichst früh mit dem Einsatz von physiotherapeutischen Maßnahmen zu beginnen, um die Symptome zu mildern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Es gilt wieder Raum für die Nerven zu schaffen und Muskulatur zu erhalten.

Mögliche Maßnahmen können sein:

  • Physiotherapeutische raumschaffende Behandlung im Bereich des lumbosakralen Übergangs um wieder Platz für die Nerven zu schaffen und eine bessere Signalstärke für die Hintergliedmaßen zu schaffen.
  • passive Mobilisation zur Erhaltung der Muskulatur
  • Elektrotherapie zum Erhalt und Aufbau der Muskulatur
  • Lasertherapie zur Schmerzreduktion
  • Taping zur Dekompression

Hilfsmittel

Silikonnägel

Ein häufiges Problem das diese Krankheit mit sich bringt, ist das Zehenschleifen. Oftmals werden die Zehen bis zum Bluten abgeschliffen und das Tragen eines Schuhs zum Schutz der Zehen scheint unumgänglich. Sobald der Hund jedoch einen Schuh trägt, bekommt er keine Impulse mehr durch das Laufen an seinen Ballen (Propriozeption) und die Nervenleitung wird noch weniger angeregt.

Eine andere Alternative sind Silikonnägel die man auf die eigentliche Kralle aufklebt. Damit wird die Kralle geschützt, der Hund aber nicht mit einem Schuh zusätzlich belastet. Wie das genau funktioniert, zeige ich Euch in dem Video.

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